Die Costa Blanca gilt als eine der beliebtesten Regionen Spaniens für Urlaub und Immobilieninvestitionen. Neben dem klassischen Immobilienkauf über Makler oder Bauträger gibt es auch die Möglichkeit, Ferienimmobilien über Versteigerungen zu erwerben. Doch wie funktioniert das in Spanien, und welche Chancen und Risiken sind damit verbunden?
Was versteht man unter Immobilienversteigerungen in Spanien?
In Spanien bezeichnet man Zwangsversteigerungen als „subastas judiciales“ oder „subastas públicas“. Diese finden statt, wenn Eigentümer ihre Kredite oder Hypotheken nicht mehr bedienen können und Banken oder Gläubiger die Immobilie zur Verwertung freigeben. Es handelt sich meist um gerichtliche Verfahren, die öffentlich zugänglich sind. Versteigerungen können sowohl online als auch vor Ort abgehalten werden.
Wie läuft eine Versteigerung in Spanien ab?
Seit einigen Jahren werden die meisten Versteigerungen über das offizielle Online-Portal des spanischen Justizministeriums (Portal de Subastas del BOE) abgewickelt. Dort kann man sich registrieren, Immobilien suchen und Gebote abgeben. Voraussetzung ist in der Regel eine Kaution in Höhe von 5 % des Startgebots, die per Banküberweisung hinterlegt werden muss. Die Versteigerung erfolgt dann in einem bestimmten Zeitfenster, meist über mehrere Tage hinweg.
Welche Arten von Immobilien werden versteigert?
Versteigert werden ganz unterschiedliche Objekte: Apartments, Einfamilienhäuser, Fincas oder auch Grundstücke – sowohl im Landesinneren als auch in Strandnähe. Allerdings handelt es sich bei diesen Immobilien oft um Objekte mit belasteter Vorgeschichte, etwa durch unbezahlte Hypotheken oder rechtliche Unklarheiten bezüglich der Eigentumsverhältnisse.
Kann man an der Costa Blanca Schnäppchen machen?
Ja, grundsätzlich kann man bei Versteigerungen Immobilien unter dem Marktwert erwerben. Besonders an der Costa Blanca, wo Nachfrage und Angebot oft auseinanderklaffen, kann das attraktiv sein. Manche Objekte starten mit einem Gebotspreis von 50 % des geschätzten Marktwerts. Wer Geduld hat und den Markt gut beobachtet, kann hier echte Gelegenheiten finden.
Welche Risiken sind zu beachten?
- Rechtliche Belastungen: Viele versteigerte Immobilien sind mit Hypotheken, Schulden oder Nutzungsrechten belastet.
- Keine Innenbesichtigung: Oft ist es nicht möglich, die Immobilie vorab von innen zu besichtigen.
- Bewohner im Objekt: In Spanien besteht das Risiko, dass Mieter oder sogar Vorbesitzer nach dem Kauf nicht freiwillig ausziehen – rechtliche Schritte sind dann notwendig.
- Zahlungsmodalitäten: Der vollständige Kaufpreis muss meist innerhalb weniger Tage nach Zuschlag gezahlt werden – Finanzierung ist selten möglich.
Benötigt man rechtliche Unterstützung?
Unbedingt! Wer eine Immobilie über eine Versteigerung erwerben möchte, sollte unbedingt einen Anwalt oder spezialisierten Immobilienberater hinzuziehen. Diese prüfen vorab die rechtliche Situation, eventuelle Belastungen und begleiten den gesamten Ablauf. Auch ein Gestor oder eine Hausverwaltung mit Erfahrung im spanischen Immobilienrecht kann hilfreich sein.
Fazit: Versteigerungen als Nischenmöglichkeit
Der Erwerb einer Ferienimmobilie an der Costa Blanca über eine Versteigerung ist möglich – aber nicht für jeden geeignet. Die Verfahren sind komplex, risikobehaftet und erfordern viel Vorwissen und rechtliche Begleitung. Wer jedoch gut vorbereitet ist und mit erfahrenen Experten zusammenarbeitet, kann attraktive Gelegenheiten nutzen und unter Umständen eine Immobilie weit unter Marktwert erwerben.
Wenn Sie an einem solchen Investment interessiert sind, sprechen Sie uns gerne an – wir helfen Ihnen bei der Suche, Prüfung und Abwicklung.
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